Was mich bislang das Leben auf dem Wasser lehrt

Hallo Ihr Alle zusammen, es wird Zeit einen weiteren Beitrag aus dem Kopf ins geschriebene Wort zu bringen.
Am 15.10.20 haben wir uns Cascais angesehen, die Ankerbucht zu Beginn des Rio Tejo ,der nach Lisboa/ Lissabon führt. Hier finden wir schon städtisches Flair, alte Villen die heute als Museen genutzt werden säumen das Ufer. Das auflaufende Wasser verbindet zwei Villen mit klarem Wasser, in dem immer noch Mitte Oktober Menschen schwimmen gehen. Nach Klettern im ufernahen Vulkangestein, das eine zerklüftete Landschaft mit kleinen Lagunen bildet, waren wir im Städtchen sagenhaft günstig einkaufen.
Ich mag die portugiesische Backkunst, die Natas, Vanillepudding gefüllte Blätterteig Körbchen, die zum Café com leite, (Milchkaffee) traumhaft schmecken, aber auch saftige Rührteigküchlein und Mandelgebäck könnten abhängig machen. Das alles für 5-8 Euro für zwei Personen, da lohnt sich täglicher Besuch. Aber das Ganze hat auch die Kehrseite, dass nach Einbrechen des Tourismus zur Zeit viele Geschäfte aufgegeben oder Angestellte entlassen werden, erzählte uns ein Kellner, der 15 Jahre in Köln gelebt hat und uns sofort als Deutsche identifizierte.Tatsächlich war in den Souvenierläden keine Kundschaft: glasierte Kacheln, gewebte Decken, Taschen – Schuhe – Geldbörsen aus Kork fanden keine Abnehmer.

 

Mein eigentliches Thema:“ Was das Segeln mich lehrt“ verbindet praktische Erfordernisse mit philosophischen Erkenntnissen …
Das Leben auf engem Raum bedeutet meist alltägliches Aufräumen des Lebensraums an Bord, nach dem Einkaufen, nach dem Essen, was zu Hause vielleicht länger liegen bleiben könnte, wird hier schnell lästig oder Stolperfalle oder Fliegen lockend. Draussen wird Aufklaren der Leinen und Segel verstauen nach jedem Segeltörn erforderlich, jeden Morgen nutzen wir das Tauwasser einmal trocknend über alle Flächen zu gehen.
Also : Ordnung nach Chaos, Struktur erhalten, auch wenns wiederholte Mühe macht.

Reparaturen am Boot, oder Ersatzteilbeschaffung sind dringlich und werden nicht verschoben, durchkreuzen manchmal die geplanten Aktivitäten.
Als wir plötzlich und unerwartet ein Fischernetz in der Steuerbordschraube „einfingen“, der Motor stehen blieb und das Freischneiden auf dem Meer nicht gefahrlos möglich war, mussten wir in den nächsten Hafen, ankerten, Hans tauchte zur Schraube und schnitt diese frei — unfreiwillige Unterbrechung der Reise, Aufregung und Unannehmlichkeiten sind um der Sicherheit willen in Kauf zu nehmen, groß ist die Entlastung hinterher, wenn alles wie gewohnt funktioniert.

Für längere Segelstrecken gilt: Durchhalten , auch wenns anstregend wird. Wie bei jedem Sport kann es zu Schwitzen, Herzklopfen, spontan geforderter Reaktionsfähigkeit und Muskeleinsatz kommen 😉

Beobachtende Aufmerksamkeit in Bezug auf Fischereizeichen – Entgegenkommer – Wetterveränderungen – Auftauchen von Delfinen – und das Absuchen der Wasserfläche nach Orcaflossen um die ganze Nordspanische Küstenlinie herum, Gott sei Dank hat sich diese Befürchtung nicht bestätigt.

In diesen Zeiten sind Kontakte in Häfen oder Städten recht reduziert, aber wenn sich neue Bekanntschaften ergeben, wie zur französichen Besatzung der O´Alen, oder zur Besatzung der niederländischen Zilveren Maan: die Begegnungen sind offen und zugewandt, freundlich, neugierig und grosszügig in Bezug auf Bewirtung, gegenseitigem Austausch nützlicher Tips und wohlwollend.
Und ich stelle am nächsten Tag noch fest, wie emotional sättigend diese Begegnungen sind, so dass ich lange innerlich davon zehren kann.

 

Meine persönlichen Herausforderungen sind: Geduld !!! meinem Partner und unerwarteten Pannen oder Veränderungen gegenüber – obwohl schon interessante Entwicklungen resultierten. Als sinnvoll hat sich z. B. bei Landgängen herausgestellt, dass bei unterschiedlicher Interessenlage getrennte Aktivitäten die eigene Batterie wieder aufladen und wir uns abends verschiedene Erlebnisse erzählen können. Was vor Monaten noch selbstverständlich war, nämlich der eigene Freiraum, wird manchmal auf dieser Reise zu zweit diskussions – und umsetzungswürdig. Und zwar für uns Beide gleichermaßen.

Spruch des Tages ( vom Yogiteeschildchen)

Wirst Du ein Teil des Ganzen – Wird Alles ein Teil von Dir

20 Okt 2020

Freizeitideen auf dem Wasser

Hallo an alle LeserInnen – ich sende einen herzlichen Gruß vom Ria de Ribadeo. Direkt vor der mächtigen Stahlbetonbrücke die ihn überspannt, liegt die kleine Marina, in der wir für 5 Tage Rast machen. Um uns herum viele Motorboote, meist klein und zum Angeln im Fluss oder an der vorgelagerten Felsenküste ausgelegt.
Ribadeo hat ein paar historische Bauten, eine malerische Holzbrücke, die der Eisenerzverschiffung diente und heute als Aussichtsplattform fungiert. Der Jakobsweg ist durch zahlreiche Tafeln und Hinweise gekennzeichnet

und vereinzelt haben wir Wanderrucksack-Beladene gesehen, aber wie auch in Pasaia ist die hiesige Unterkunft geschlossen.
Anders als in Deutschland müssen hier Gesichtsmasken nonstop getragen werden, Abstandsregeln gelten und überall stehen Desinfektionsmittelflaschen vor Restaurants,in Geschäften, seit dem Schulstart sehen wir auch Kinder, die die Masken permanent tragen. Da die meisten Restaurants Tische im Freien haben, bevorzugen viele Gäste diese, denn dann dürfen die Masken abgenommen werden. In Ribadesella fuhr die Polizei kontinuierlich Streife um die Maskenpflicht zu überwachen, Verstösse werden mit 200,- € geahndet. Einzig beim Sport darf die Maske abgenommen werden, gut sichtbar am Arm drapiert. Meinem Eindruck nach wird präventiv Alles getan, um beim nahenden Herbst und steigenden Grippeinfektionen eine weitere Covid 19 Katastrophe zu verhindern. In den Häfen wird uns beim Einchecken ein deutlicher touristischer Einbruch beschrieben, auch die Spanier machten mehr Urlaub im eigenen Land – deutsche Segelboote sehen wir kaum noch (allerdings endet auch die Saison…).

Eine Beobachtung möchte ich mitteilen: Auf der Strandpromenade und direkt am Strandsaum ist der morgendlich flotte Spaziergang oder das Joggen usus, allein oder zu zweit geht es stramm darum die Bucht zu umrunden. Das Alter spielt dabei keine Rolle, der Strand hat dadurch eine ganz andere Dynamik als die „Liegewiese“ wie ich sie sonst kenne. Und natürlich sind an Wochenenden auch Rennradgruppen unterwegs, mag die Landschaft noch so gebirgig sein.
Das bringt mich auf die Idee Aktivitäten auf dem Wasser zu beschreiben, die ich vor allem beim Ankern, aber auch im Hafen beobachten konnte.
In Frankreich waren es die Segelschulen, beginnend mit den Ausfahrten der 3-6 jährigen, die wie Entchen hinterher gezogen wurden, fortgesetzt mit den Optimisten verschiedener Altersklassen und den Hobycats. Begeisterte Kinder, die hintereinander vertäut fröhlich rufend aus dem Hafen geschleppt werden und je nach Wind kehren sie erschöpft mit heißen Gesichtern wieder. Surfschulen sind sowohl in Frankreich als auch Spanien zu beobachten, die Surfer, die besonders geschickt sind haben bereits Foils, die sie vom Wasser abheben und widerstandslos gleiten lassen. An der rauhen Küste vor Ijmeuiden zeigten Kitesurfer erstaunliche Kapriolen, während mir beim Beobachten das Gesicht sandgestrahlt wurde. In den Brandungswellen von Ribadesella tummelten sich Wellenreiter mit ihren Boards, unermüdlich die optimale Surfwelle suchend.
Sehr regen Zulauf erhält auf jeden Fall das Standup – Paddeln, die Boards kurz SUP genannt- Manche besitzen sie bereits, die Meisten leihen sie aus. Auf holländischen Grachten, in Häfen, zwischen ankernden Booten, als Kinderfreizeit, Familienevent und just for fun. Zunächst wird im Wesentlichen Auf- und Absteigen geübt. Beim Wettrennen fahren oder zu zweit auf einem Board entstehen kuriose Situationen. Selten habe ich so viel Lachen und gute Laune auf dem Wasser beobachtet, wie in der Bucht von San Sebastian, wenn eine Gruppe von 10 Menschen auf einem Riesenbrett paddelnd die höchste Flutwelle erreicht, alle aufstehen und schreiend die Welle surfen um danach ins Wasser zu springen. Alle trugen wie beim Rafting Schwimmweste und Helm – es waren hauptsächlich Männer abenteuersuchend und leidensbereit.
Und die Ruderer in Vierer-, Achter-, und Zwölfergruppen, die in reinen Männer- oder Frauengruppen unermüdlich in Pasaia und San Sebastian für ein traditionelles Rennen trainierten, das ursprünglich im Walfang begründet liegt, ( die Männer mussten nach der Harpunierung zum Wal hinausrudern und ihn bis zu seiner Erschöpfung verfolgen). In der Woche vorher regnete es oft ausgiebig und wir beobachteten von unserem „Wohnzimmer“ aus die klitschnassen jungen Männer und Frauen, die ihre zwei stündigen Trainingseinheit deswegen nicht ausfallen ließen.
Dann die vielen Schwimmer: hauptsächlich kraulend durchpflügen sie die Buchten, sich kennzeichnend mit Ballons in neopink oder -rot, aber auch etliche Paare oder FreundInnen, die miteinander ins Gespräch vertieft in aller Ruhe ihre Strecke schwimmen.
Technikfreaks stehen auf die teure Leihmöglichkeit von Wassermopeds. Laut, hohe Wasser- Fontänen sprühend und mit Fahrern, die gierig darauf warten, nach der Hafenausfahrt aufdrehen zu können, was das Zeug hält. In Les Sables D`Olonne war ich nach 3 Tagen in deren „Einfuhrschneise“ Gegner dieser Fortbewegungsart, weil sie durch ihren Lärmpegel zu viele andere Mitmenschen beeinträchtigt.

Wasserski und das Nachziehen von runden Plattformen, auf denen sich bis zu vier Menschen bäuchlings festhalten, gehören auch zu diesem Benzin vernichtenden
Freizeitsport, aber ich hatte beim Zusehen Spass und die johlenden Menschen wohl auch, will ich mal gnädig sein 😉

Seit ca. 20. September ist es in Asturien merklich kühler und regnerischer geworden, die Badesaison endet.
Ich verabschiede mich von Euch mit folgendem Zitat (unbekannter Autor) – da er aufs Wesentliche hinweist…

Ein Schwimmtrainer tröstend am Ende der Saison:
“ Unsere Mannschaft hat zwar nirgends gewonnen,
aber es ist auch keiner ertrunken.“

27 Sep 2020

Wie Wattwürmer Freundschaft stiften

Hallo liebe LeserInnen, nach einer vollen Woche in Pasajes/ Pasaia und der Bucht von San Sebastian melde ich mich zurück.

Die Einfahrt nach Pasajes war durch lange Dünung und einsetzenden Regen kniffelig. Die Seekarte zeigte die Schlucht deutlich auf, aber sie war aufgrund der dunklen Felsen und Witterung kaum zu sehen. So fühlte es sich spannend und aufregend an, als wir endlich die Bergseiten unterscheiden konnten und die Furt sich öffnete, ein dahinterliegendes Becken zeigte.

 (Ein paar Tage später wurde uns beim Spaziergang klar, welch große Schiffe per Lotsen und Bugsier hindurch passen …).


Im kleinen Sportboothafen festgemacht, ging es auf Erkundungsspaziergang, den Hans alleine fortsetzte, da mir das Wetter zu ungemütlich wurde. Es sollte das ganze Wochenende stark regnen.

Hans kam fröhlich wieder und erzählte von einer gefundenen Wattwurm gefüllten Dose, die er am Ufer stehenden Anglern überreicht habe. Dies führte zum Austausch, der beim Serveso = Bier in der Kneipe fortgesetzt wurde. Als sich Hans verabschiedete lud einer der Männer, Aurelio, Hans inklusive Frau zum Abendessen ein. Etwas überrascht , aber auch neugierig sagte ich zu, und im einstündigen Fußmarsch am Flussufer entlang, der Pasajes und San Sebastian trennt, wurden wir ordentlich nass geregnet. Um Aurelios Zuhause zu erfragen mussten wir aufgrund dieser nahen Ortschaftsgrenze noch einige Passanten fragen und verwirren, bis endlich eine Baskin mittels Hans Handy bei Aurelio anrief, der uns entgegen gelaufen kam. Wir wurden in einen verwinkelten Garten mit Laube gebeten, lernten seine Frau Ana und ihre 6 jährige Tochter Nadia kennen. Das Abendessen war opulent und schmackhaft, die Gastfreundschaft herzlich und es wurde ein fröhlicher Abend, der mit dem Service endete, dass wir per Auto zurück gebracht wurden, während ein heftiges Gewitter den Himmel erhellte.
Es folgten noch einige Verabredungen, wir zeigten bei Kaffee und Kuchen den Kat, am nächsten Tag startete die Ausfahrt in die Bucht von San Sebastian, für unsere Gäste das erste Mal segeln und eine neue Perspektive auf ihre Heimat. Beim anschließenden Ankern wurde wieder mit Hilfe eines Übersetzungsprogrammes zwischen Spanisch-Russisch und Deutsch hin und her erzählt, denn Aurelio und Ana sind vor 20 Jahren aus der Ukraine ausgewandert. Nadia war glücklich mit mir vom Kat aus ins Wasser zu hüpfen und auf dem Trampolin zu springen.
Der gestrige Abschiedstag war ein Fest, Ausflug in die Berge zu einer Winzerei, die Cidre herstellt; vier verschiedene Apfelsorten werden ohne Zuckerzugabe vergoren, es entsteht ein recht herber, frischer Cidre, der kaum moussiert. Wie dieser aus grosser Höhe in die Gläser abgefüllt wird ist eine lustige Angelegenheit, auch war es interessant die grossen Holzfässer zu besichtigen und zu üben, die Gläser in den dünnen Ausgussstrahl zu positionieren um sie zu befüllen.
Die Verabschiedung am Abend fiel uns allen schwer, ich glaube wir haben alle viel voneinander gelernt und unsere Gesellschaft genossen.

Meine Schwester Ulrike meinte:“ genau für diese Art von Verständigung und spontaner Freundschaft seid Ihr doch los gezogen“ und recht hat sie!

Spruch des Tages:
Wenn Du etwas festhalten willst, musst Du es für einen Augenblick loslassen.
Wenn Du etwas loslassen willst, musst Du es für einen Augenblick festhalten.

Laotse

04 Sep 2020

Essen an Bord -1-

Hallo liebe LeserInnen und Leser – ein herzliches Willkommen.

Während vor mir in La Rochelle ein hochdotiertes Hafenkino stattfindet, da wir direkt am Visitor-Steg liegen, macht das Schreiben umso mehr Spass. Hochdotiert deshalb,weil die funkelnagelneuen Katamarane der in La Rochelle ansässigen Fountaine Pajot-Werft hier fertig aufbereitet werden, von eingespielten Crews mal ausgefahren und von potentiellen Eignerpaaren besichtigt werden. Die Dimensionen sprengen so manches Größenverhältnis im Vorstellungsvermögen, und vielen Besuchern bleibt der Mund offen und wässrig stehen, allerdings:ohne größere Crew, Riesenstege und weite Rangierbecken im Hafen geht dann nichts mehr ….

Nun aber zum eigentlichen Thema, nämlich dem Essen an Bord.

Oft heisst es so schön: essen muss man ja überall und mancher Restaurantbesuch stellt vielleicht ein Highlight dar, macht mit unbekannten Geschmacks-und Zubereitungsweisen vertraut, oder geht als ein besonders stimmungsvoller Abend in die gemeinsame Geschichte ein.

Was ich gerne beschreiben möchte sind die Variablen, die ich nutze um aus saisionalen Produkten und einfachen Zutaten eine sommerlich leichte und abwechslungsreiche Kost zu kreieren.

Heute würde ich die wichtigsten Zutaten mit Kräutern und Gewürzen benennen, danach die gute Qualität von regionalen Gemüsen und Früchten des Marktes, frisch gefangenen ! unschlagbar! ( oder gekauften) Fisch bzw. Meeresfrüchte und bei uns nur noch selten: Fleisch.

Zu den Gewürzen: Ingwer, Knoblauch ( Zwiebel),Kreuzkümmel ,Kurkuma, Pfeffer werden in der letzten Zeit mehr mit Salzzitronen, Chili, Minze und Koriander ergänzt, die marokkanische Küche oder auch die indische hat mich dazu angeregt. Ganz wichtig auch mediterrane Kräuter, Petersilie, je frischer, je aromatischer.

Als Basis habe ich viele Jahre Nudeln und Reis mitgenommen, das ist auf Dauer viel zu eintönig: also kamen Quinoa, rote und braune Linsen, Polenta,Kichererbsen, Bohnen, Dinkelreis und Hafer sowie eine Getreidequetsche mit.

Auch Samen fürs Keimgerät sichern gehaltvolle Ergänzung zu Salaten oder als Brotbelag. Hülsenfrüchte werden durch längeres einweichen vor dem Kochen nicht nur verträglicher gestimmt, sondern auch in ihrer Nährstoffverfügbarkeit aktiviert.

Gute Öle finden sich nicht nur in Olivenöl,Rapsöl und Pflanzenfetten, sondern auch in Nüssen, die ich unter Salate, Müsli und Backwaren gebe.

Ach so, für die Süsse von Obstsalat, Nachspeisen oder Gebäck nutze ich neben unraffiniertem Zucker fast nur noch Trockenfrüchte wie Datteln Feigen, Rosinen, Cranberries oder frische Orangen.

Denn beim Segeln gilt: es soll nicht nur schmecken sondern nachhaltig sättigen.

Ich möchte hier nicht auf Lagerung und die normale Routine des Lebensmittelchecks eingehen, nur soviel: Rieseneinkäufe können schnell auch zusammen verderben, deshalb kaufen wir gezielt und mit dosierter Vielfalt ein, sanft behandelt wird alles so ruhig,kühl und dunkel wie möglich gelagert. Teils auch in Gefäßen wegen der Etylenausdünstung verschlossen.

Noch Rezepte?

Gratinierte Austern für zwei Personen ,( al Hans)

12 Austern öffnen und auslösen, in einer Hälfte belassen

aus Butter, Zitronenzesten, frisch gemachten Semmelbröseln, Salz und Pfeffer eine Paste herstellen, die als luftigen Deckel auf die Austern gelegt wird

im Ofen ca 5-10 Min. ,je nach Überbackungshitze des Ofens gratinieren.

Zucchini – Tomaten – Nuss – Mozarella Auflauf plus Baguette

Nüsse grob mahlen, alle anderen Zutaten in lange , schmale Scheiben schneiden

eine Auflaufform ausfetten, die Zucchinischeiben als Basis hineinlegen, salzen, pfeffern

eine grobe „Frace“ herstellen, aus Haselnüssen, oder Cashew, oder Walnuss oder Mischung plus Kapern (2 Eßl), schwarze oder grüne Oliven (ca, 100g) , etwas Olivenöl und Kräutern der Provence, Salz, Pfeffer …

Zwischen Zucchini- und Tomatenschichten wird diese Nussmasse aufgestrichen

Die letzte Schicht bildet der fein geschnittene Mozzarella

So lange bei 180 Grad im Ofen belassen, bis die Zucchini weich unter der Gabel nachgibt.

So, mit diesen kleinen Schmankerln verabschiede ich mich, ich schaue immer noch aufs mobile Leben zu Wasser vor mir und wurde schon mehrfach mit Nicken hinter meinem Laptop gewürdigt , GRINS, schriftstellerisch im Hafen tätig zu sein ist nice, auch weil ich nicht dauernd an meiner Bräune arbeiten kann 😉

Abgewandelter Spruch des Tages:

Wende Dein Gesicht der Sonne zu

dann fallen die Falten um Dich.

 

( Quatsch – Joke )

„Wende Dein Gesicht der Sonne zu,

dann fallen die Schatten hinter Dich“.

Inayat Khan

20 Aug 2020

Hafen versus Ankerplatz

Hallo Zusammen, aus dem umtriebigen Hafen von Les Sables d`Olonne, bei strahlend blauem Himmel und Sommerfeeling habe ich mir die Gegenüberstellung von Hafen-Übernachtung und Ankern vorgenommen.
Die meisten Nicht-Segler würden wahrscheinlich diese Frage kaum stellen, ist der Hafen doch assoziiert mit Windberuhigung, Sicherheit, Versorgung und Komfort. Auch der mögliche Kontakt zu anderen Seglern, die Nähe zu Lokalen, Geschäften, das Sightseeing in der Stadt locken in einen Hafen.
Nun ist es mit einem Katamaran meist wegen der Breite schwieriger kleine Häfen aufzusuchen, so dass meist eine moderne Marina, oder das Gegenteil davon,ein Fischereihafen angesteuert werden muss. Nachdem wir jetzt einige Nächte geankert haben, fällt mir vor allem nachteilig die Kakaphonie der Geräusche, die ständig vorbeiziehende Seglerschar und die mangelnde Ruhe bzw. die fehlenden Naturgeräusche auf. Und jetzt kommts: die Hafengebühren in Deutschland, Dänemark , Schweden sind sehr human im Vergleich zu größeren Häfen der Niederlande und Frankreich; wir haben schon läuten hören,dass es sich steigern wird.

Vorausgesetzt die Bucht liegt geschützt und der Wind bringt es während der Nacht nicht deutlich über 4 Windstärken ist es beim Ankern meist folgender maßen:
Nach Anker fallen und der Überprüfung ob er hält, bzw. Installieren des Ankeralarms kehrt Ruhe ein. Wenn das Wetter schön ist, kann über die Badeleiter sofort ein Schwimmchen genommen werden, hier ist das Wasser so klar, dass man den hellen Sand unter sich sehen kann. Je nach Ankerbucht haben wir den Platz für uns alleine, oder die anderen Ankerlieger sind in Rufweite, aber jeder lässt dem Anderen Freiraum. Per Schlauchboot ist es möglich an den Strand oder in einen Gezeitenhafen zu gelangen, wenn uns der Sinn danach steht.
Lustig war bis jetzt, dass in Küstennähe gerne vorbei schwimmende Menschen ein Schwätzchen hielten, fragten wo wir her kämen und ich mein rudimentäres Französisch auspacken konnte.( Mon Dieu, quelle katastrophe…).Ich staunte, dass von der Sonnenhut geschützten Französin bis zum Ballon gekennzeichneten Sportler dem Wetter trotzend geschwommen wird.
Hans hat lange am Satz: „Je ne parle pas francais“ geübt und lässt dann seinen Charme spielen.
Zurück zum Ankern: Die Natur liefert den Hintergrund und das macht sie mit zunehmend rauer Felsenkulisse, Strandflecken, die durch den Tidenhub von 4-6 Metern komplett wieder im Meer verschwinden
und Einblicke in kleine Dörfer,die sich geschützt in die Senken ducken. Dazu die Geräusche, an deren Pegel ich mich schon gewöhnen musste,denn nachts ist das schrille Geschrei der Seevögel nicht wesentlich unterbrochen und das Meeresrauschen, Gluckern, Pütschern hört sich dominanter an. Aber das leise Geplauder anderer Ankerlieger, das Lachen der spielenden Menschen am Strand und manchmal auch ein nächtliches französisches Lied, gerne mehrstimmig intoniert sind Ohrenschmeichler. Und mit frisch gefangenem, gebratenem Fisch, Tomaten-Mozzarella Salat und frischem Baquette das Abendessen mit Blick in die Natur einzunehmen ist verdiente Labsal nach langem Segeltag.
Spruch des Tages: von Rumi
„Das Herz bereitet einen Topf voll Speisen für Dich zu
hab Geduld bis es kocht“.

04 Aug 2020